Ein Von Famile Zick gerettetes Erdkrötenpärchen (Foto: Zick)
Interessenten für den Aufbau und Abbau der Amphibienschutzzäune, die Eimerkontrolle und Artenerfassung melden sich in jedem zeitigen Frühjahr bitte bei:
Wolfgang Ewert, Tel. 03382 706882 , Funk: 0179/ 1 17 96 08,
info@nabu-potsdam.de
oder
Frank Fiedler, Tel. 0331 5050319 und 0163 4433719, herpeto@nabu-potsdam.de
oder
Frau Dr. Walter Fon 0331 289-2850 oder 289-2856, ( die speziell die Zäune im Stadtgebiet Potsdam koordiniert, die durch die Untere Naturschutzbehörde betreut werden).
Zum Schnappschuss unseres Geschäftsführers Wolfgang Ewert vom Aufbau des Amphibienschutzzauns am Güterfelder See hier ein Bericht aus der online-Ausgabe der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 5.3.2012: ( http://www.maerkischeallgemeine.de):
Zwischen Güterfelde und Saarmund stellten Naturschützer am Samstag die ersten Schutzzäune auf
GÜTERFELDE - Kröten, Frösche und Molche können seit dem Wochenende ohne Lebensgefahr zwischen Güterfelde und Phillipsthal wandern. Mehr als 30 freiwillige Helfer errichteten dafür am Wochenende auf etwa 500 Metern Länge Schutzzäune.
„Ich bin sehr überrascht über den großen Zulauf, den unsere Aktion hat“, sagt Wolfgang Ewert vom Naturschutzbund Brandenburg. Warnwesten und Schaufeln für die Umweltaktivisten reichten zeitweise nicht aus. Die vielen Helfer gruben den grünen Krötenzaun etwa zehn Zentimeter tief in die Erde ein und befestigten ihn dann an Stäben. An den Enden des Zaunes wurden kleine Eimer eingebuddelt, in den die Amphibien fallen. Morgens und Abends werden sie dann bis in den Sommer hinein von „Krötenfreunden“ auf die andere Straßenseite getragen.
„Das ist ein schönes Gefühl, hier seinen Stadtkindern mal die Natur zu zeigen und damit noch einen guten Zweck zu erfüllen“, beschreibt Daniela Hoth aus Potsdam ihren Arbeitsantrieb. Die zehnjährige Hanna genießt die Aktion: „Hier kann man endlich mal in der Erde rumwühlen und sich schmutzig machen.“ Nur schade, dass sie noch keine Erdkröte gesehen hat.
Für diese war es am Wochenende wohl noch zu kalt. „Falls es in den nächsten Tagen wärmer wird, kommen die Kröten aber gleich im Pulk an“, sagt Wolfgang Ewert. Im vergangenen Jahr versuchten bis zu 400 Tiere am Tag, die Landstraße zu überqueren. Insgesamt wurden etwa 2100 Kröten über die Straße getragen, die am Güterfelder Haussee laichen. „Ohne die Zäune haben die Tiere kaum Überlebenschancen, da die Straße genau parallel zu ihrer Wanderroute verläuft.“ Ewert zufolge würden die Tiere einfach immer auf der Straße entlang springen, da sie weniger Hindernisse bietet als der Wald.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Hinwanderung nur sehr langsam vor sich geht. Die wechselwarmen Tiere haben im Moment noch sehr wenig Energie. „Eigentlich wären bei den vielen Amphibien hier Krötentunnel unter der Straße erforderlich, wie es sie schon an der Straße nach Nudow gibt“, sagt der Nabu-Mann. Untersuchungen aus dem Vorjahr zeigen, dass diese Lösung gut funktioniert. Aufgrund der baulichen Verhältnisse sei der Einbau vor Güterfelde aber nicht möglich.
Hauptsächlich retten die Naturschützer Erdkröten. Sie sind Lurch des Jahres 2012. „Diesen Titel kann man stellvertretend für alle Amphibien sehen“, so Wolfgang Ewert. Durch die Zerschneidung der Lebensräume, aber auch durch übertriebene Gartenpflege geht den Kröten die Lebensgrundlage aus. „Auf einem gepflegten englischen Rasen findet die Erdkröte nicht genügend Nahrung.“ Dabei ist sie grade für Gartenbesitzer hilfreich, da die Kröte unter anderem Insekten und Schnecken frisst. Wolfgang Ewert: „Jedes Tier spielt im Ökosystem eine Rolle, die Kröten sind beispielsweise Nahrung für Störche.“
Am Ende des Monats werden noch einmal Krötenzäune auf der anderen Straßenseite für die ersten Rückkehrer errichtet. Die Zäune bleiben bis zum Sommer stehen. Kleine Säugetiere werden durch die Anlagen nicht gefangen, da in die vergrabenen Eimer am Zaunende immer ein Stöckchen gelegt wird, an dem sie wieder ins Freie hinausklettern können. (Von Enrico Bellin)
So strahlt man nach einem gelungenen Arbeitseinsatz (Foto: Enrico Bellin, MAZ)
Während in Güterfelde in diesem Jahr eine erheblich stärkere Wanderung der Amphibien zu verzeichnen war als im Vorjahr, ist das Wandergeschehen zu den Nudower Teichen im betreuten Abschnitt weiter rückläufig. Gut 100 Tiere wurden dort in diesem Frühjahr festgestellt. Der Zaun in Nudow wurde Anfang April wieder abgebaut. Der in Güterfelde blieb wegen des anhaltenden Wandergeschehens noch stehen. Eine Entscheidung über den Abbauzeitpunkt wurde entsprechend den Gegebenheiten getroffen.
Positiv ist festzustellen, dass die stationäre Anlage sehr gut funktioniert und von den wandernden Tieren angenommen wird. Entsprechende Untersuchungen wurden durch Jörg Dorowski vorgenommen und dokumentiert.
-- Wir freuen uns jedes Jahr zur Amphibienwanderungszeit über zahlreiche Helfer. Je mehr mithelfen, desto besser und desto schneller sind wir mit dem Zaunauf- und -abbau fertig; es macht auch mehr Spaß mit mehr Leuten. Eine kurze Rückmeldung an Wolfgang Ewert in der Geschäftsstelle wäre hilfreich, ist jedoch nicht dringend erforderlich.
Wir betreuen Abschnitte am Kreisverkehr Philippsthal (L79 - Abzweig Nudow) und am Ortsausgang Güterfelde / Richtung Philippsthal.
Der Zaunaufbau 2011 hat am am 5. und 12. März stattgefunden.
Über vier Wochen lang kontrollierten Mitglieder und Freunde des Potsdamer NABU- Kreisverbandes den Amphibienschutzzaun im Bereich der Nudower Teiche. Über 100 Erdkröten sowie einige Frösche und Teichmolche konnten so vor dem sicheren Verkehrstod bewahrt werden und erreichten wohlbehalten ihr Laichgewässer. Nunmehr ist das Wandergeschehen zu den Nudower Teichen abgeschlossen und der Schutzzaun wurde am 16. April 2011 wieder abgebaut.
Und hier ein Bericht aus der PNN vom 7.3.11 über den ersten Teil des Zaunbaus vor Nudow:
Nabu-Kreisverband stellt Krötenschutzzäune an Nudower Teichen und in Güterfelde auf
Bald ist es wieder soweit und die Kröten wandern. Sobald morgens die Temperaturen über fünf Grad steigen, marschieren Tausende zu den Nudower Teichen, oft kilometerweit. Weil zwischen Gewässer und Winterquartier die Landesstraße 77 liegt, stellen freiwillige Helfer des Potsdamer Nabu- Kreisverbandes alljährlich Krötenschutzzäune auf, damit die Tiere nicht unter die Räder geraten. Um eine sieben Meter breite Straße zu überqueren, braucht eine Erdkröte 20 Minuten.
350 Meter lang sind die Amphibienzäune, die aus Plastikfolie bestehen und mit ein paar Stöcken und einigen Eimern am Samstagmorgen hinter dem Kreisverkehr von zehn Naturschützern aufgebaut wurden. Zuvor musste Müll vom Straßenrand aufgesammelt werden, leere Flaschen und Verpackungen. Der Lebensraum Natur werde von vielen nicht respektiert, weil sie zu wenig darüber wüssten, meinte Petra Sell über die Schlamperei. Auch die heutige Elterngeneration nehme sich kaum noch Zeit, um mit ihren Sprösslingen Natur zu erleben. Wenn sie in die Schulen komme, gäbe es stets großes Interesse mitzumachen, sagte Ute Herrmann, die sich um die Naturschutzjugend in Potsdam kümmert. Doch meist werde der Tatendrang dann von den Eltern ausgebremst.
Auch unter den Krötenrettern am Samstag waren kaum junge Leute anzutreffen. Die meisten sind seit Jahren dabei, zählen sich selbst zur Generation 50 plus und kommen jedes Jahr zur Rettungsaktion her. Dabei hätten sie am Samstag Helfer aus den umliegenden Orten gebrauchen können, vor allem in Güterfelde. Der Zaun am Ortsausgang muss nun zu einem späteren Zeitpunkt aufgestellt werden, da die Zeit nicht mehr ausreichte. Zudem ist die Strecke durch den Bau des Kreisverkehrs größer geworden. „Da brauchen wir jetzt mindestens 500 Meter“, schätzte Burghard Sell.
In den letzten Jahren gab es hier so viele tote Kröten, dass die Fahrbahn rutschig wurde. Doch nicht nur Kröten werden von Frühlingsgefühlen übermannt und folgen seit Generationen dem Weg in ihre Geburtsgewässer, um dort Hochzeit zu halten. Auch Molche und Frösche sind unterwegs, besonders wenn es nachts regnet. Dann sind sie nicht mehr zu halten – und wenn sie Glück haben, plumpsen sie am Hindernis Zaun in einen der eingegrabenen Behälter und werden von Naturfreunden über die Straße transportiert. In manchen Nächten können so an die 1000 Tiere gerettet werden. Zudem ist es für Tierfreunde ein interessantes Erlebnis, wenn sie beobachten können, wie sich die Männchen von den Weibchen huckepack zur Hochzeit chauffieren lassen und dabei Nebenbuhler mit wütenden Pfeiftönen in die Flucht schlagen.
Wer den Amphibien helfen will, ihre Laichgewässer zu erreichen, kann sich beim NABU-Kreisverband bei Wolfgang Ewert unter Tel. (0179) 117 9608 melden. Kirsten Graulich