Fledermäuse in Potsdam

Die Fledermäuse gehören zu den höchstbedrohten Säugetiergruppen Mitteleuropas. Viele heimische Arten sind in den letzten Jahren in die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten aufgenommen worden.

Potsdams alte Schlösser, Stadtvillen und viele Plattenbauten bieten zahlreiche Unterschlüpfe für Fledermäuse. Der Schutz und die Wiederherstellung der Quartiere ist das Hauptanliegen der NABU-Arbeitsgruppe, um die Lebensgrundlagen und damit die Fledermäuse selbst zu erhalten.

Ansprechpartner: Christiane Schröder, Fon 0160 98 24 96 38

Amphibienschutz im Frühjahr 2012

Nachdem am 3. März die Schutzzäune am Güterfelder See bei bestem Wetter mit einer Rekordbeteiligung freiwilliger Helfer aufgestellt werden konnten, wurde am darauffolgenden Wochenende der Zaun an den Nudower Teichen aufgestellt. Unsere Investition in neues Zaunmaterial und einen vereinseigenen PKW-Anhänger zum Transport von Zaun, Eimern und Werkzeugen machte sich bezahlt. Nun können die Amphibien loslaufen und hoffentlich in die vorbereiteten Auffangeimer fallen anstatt dem ziemlich sicheren Tod auf  vielbefahrenen Straßen ausgesetzt zu sein. Jeden Morgen werden die Eimer von freiwilligen Frühaufstehern abgesucht und die gefundenen Amphibien über die Straßen getragen. Vielen Dank allen Helfern!  zu Bildern von 2012

 

Interessenten für den Aufbau und Abbau der Amphibienschutzzäune, die Eimerkontrolle und Artenerfassung melden sich in jedem zeitigen Frühjahr bitte bei:

Wolfgang Ewert, Tel. 03382 706882 , info@nabu-potsdam.de

oder Frank Fiedler, Tel. 0331 5050319 und 0163 4433719, herpeto@nabu-potsdam.de .

 

Vom Einsatz im Frühjahr 2011

 

 

PRESSEMITTEILUNG zum Amphibienschutz vom März 2012

Amphibienmassaker Templiner Straße geht weiter

Potsdamer Naturschützer empört über Blockierung von Artenschutzmaßnahmen durch den Forstbetrieb

Mit großer Empörung musste der Potsdamer NABU- Kreisverband zur Kenntnis nehmen, dass aufgrund der bürokratischen Haltung Potsdamer Forstbediensteter ein erheblicher Teil der Erdkrötenpopulation am Ostufer des Templiner Sees dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen ist. Das blutige Ergebnis der unangemessenen Forderungen des Försters Eichhoff gegenüber dem Tierschutzverein Potsdam ist derzeitig auf der Templiner Straße deutlich sichtbar: Einige hundert Erdkröten wurden hier im wahrsten Sinne des Wortes platt gemacht. Und, da die Amphibienwanderung weiter anhält, wird auch das Krötensterben weitergehen. Von den bislang 730 dort festgestellten Erdkröten konnten lediglich etwas mehr als 300 der besonders geschützten Tiere gerettet werden. Dabei setzen die Tier- und Naturschützer ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, indem sie die wandernden Tiere trotz des starken Fahrzeugverkehrs von der Straße absammeln.

Erst wurde von Herrn Eichhoff eine mögliche Gefährdung von Spaziergängern, dann eine eventuelle Kampfmittelbelastung ins Feld geführt, um die Aufstellung eines Amphibienschutzzaunes durch den Potsdamer Tierschutzverein zu verhindern. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagt Frank Fiedler, 1. Vorsitzender des NABU-KV Potsdam. Der Verein betreut seit vielen Jahren Amphibienschutzanlagen im Landkreis. Zugleich zeigen sich die Naturschützer sehr enttäuscht über die Haltung des Forstbetriebes. Denn Fiedler zufolge gab es bisher eine gute Zusammenarbeit mit den Forstleuten. Und letztlich ist Naturschutz eine der forstlichen Dienstaufgaben.

Nicht nachvollziehbar ist für den NABU das Argument der Kampfmittelbelastung. „Wenn hier tatsächlich ein Gefahr bestünde, dürfte hier kein Auto mehr fahren“, so Fiedler. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, der Verkehr ist enorm auf der Betonstraße an deren Rand einige hundertjährige Eichen stehen, sich Trinkwasseranlagen befinden und auch Bauarbeiten im Gange sind.

Der Potsdamer NABU- Kreisverband fordert die Stadt Potsdam als untere Naturschutzbehörde auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass dieser unhaltbare Zustand beendet wird und dem Artenschutz Priorität eingeräumt wird vor zweifelhaften bürokratischen Ansinnen.

Toll wie noch nie – Potsdamer Fledermausnacht 2010

Eine exzellente Vorbereitung, ein tolles Programm und eine gute Werbung zeigte Wirkung. Rund 90 Besucher fanden sich am Abend des 28. August an der Friedenskirche ein, um mehr zu erfahren über die Luftakrobaten der Nacht, sie zu beobachten und ihren Rufen zu lauschen. Nicht nur aus Potsdam und Umgebung kamen die Interessenten. NAJU- Freunde aus Hamburg und Halle, aus Hessen und Niedersachsen nutzten einen Hauptstadtaufenthalt für einen Exkurs zu den nächtlichen Kobolden Sanssoucis. Dabei hatten Veranstalter und Gäste das Glück auf ihrer Seite. Es regnete nicht und auch die Temperaturen ließen die Flattertiere nicht kalt. Und so konnten, als die Schwalben sich in ihre Quartiere begeben hatten, die ersten Fledermäuse beobachtet werden, vollführten die Großen Abendsegler auf ihrer Jagd nach schmackhaften Insekten in Baumwipfelhöhe luftakrobatische Vorführungen erster Güte. Später besetzten die Wasserfledermäuse die Jagdreviere über der Wasseroberfäche. Auch auf den Gängen der Friedenskirche ließen sich Fledermäuse blicken, diese hatten jeweils zwei Beine, hießen Lucas, Marlen usw. und strahlten über das ganze bemalte Fledermausgesicht.Mit einem Netzfang konnten wir unseren diesjährigen Gästen etwas ganz Außergewöhnliches bieten. Und so konnten die Fledermäuse nicht nur aus der Ferne bei ihren rasanten Flügen beobachtet, sondern aus nächster Nähe betrachtet werden. Insbesondere für die anwesenden 20 Kinder wohl ein nachhaltiges Erlebnis, von dem sie ihren Freunden sicherlich noch lange berichten werden. Nachdem die Großen Abendsegler, Wasser- und Rauhhautfledermäuse untersucht, von Parasiten befreit, vermessen und gewogen wurden, durften sie sich wieder ihres nächtlichen Tuns widmen. Etwa um Mitternacht endete eine insgesamt sehr erfolgreiche Werbeveranstaltung für den Artenschutz, für deren Gelingen unsere Christiane Schröder mit ihren fleißigen Helfern sorgte. Herzlichen Dank den Potsdamer Fledermausnachtmachern. Wolfgang Ewert

 

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