Auf dieser Seite wollen wir unsere "Macher" vorstellen, die auf verschiedene Weise ihren Beitrag zum Schutz von Natur und Umwelt leisten und ohne die der Naturschutz in unserer Landeshauptstadt noch mehr im Argen läge.

Alte Bäume - Wälder - Alleen‏

Ausstellung von Wolfgang Ewert als Fotograf unserer Natur

Foto von W. Ewert: Emstaler Allee
Foto von W. Ewert: Emstaler Allee

 Ab dem 28. März 2013 wird im Rathaus der Gemeinde Kloster Lehnin die Fotoausstellung zum Thema: Alte Bäume, Wälder und Alleen mit Bildern von Wolfgang Ewert zu sehen sein. Wer Zeit und Muße hat, ist herzlich eingeladen.

Die Ausstellung ist in den nächsten Wochen zu den Geschäftszeiten des Rathauses für jedermann zugänglich (www.klosterlehnin.de).

 Fotos von Wolfgang Ewert zeigen die Schönheit des Baumes, aber auch die Gefährdung der Brandenburger Alleen. Der Bildjournalist und Geschäftsführer unseres NABU-Kreisverbandes Potsdam engagiert sich seit vielen Jahren in der Alleenschutzgemeinschaft Brandenburg und ist einer ihrer Sprecher. Beiträge und Fotos sind u.a. zu finden im Naturschutzmagazin des NABU.

 

> zu seiner eigenen Homepage

 

Der Rächer der Ralle

B. Sell (mit weißer Mütze) fehlt bei kaum einem Arbeitseinsatz des NABU-Kreisverbandes. Hier beim Aufbau eines Amphibienschutzzaunes 2012. Foto: NABU/Ewert
B. Sell (mit weißer Mütze) fehlt bei kaum einem Arbeitseinsatz des NABU-Kreisverbandes. Hier beim Aufbau eines Amphibienschutzzaunes 2012. Foto: NABU/Ewert

Text aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 12. März 2013

Burghard Sell kümmert sich beim Nabu um die Wasservögel auf der Nuthe – dazu gehören auch Zählungen im Winter

 

Am Ende seiner Runde wird Burghard Sell zum Ermittler. Die Leiche ist längst kalt, auch wenn die Märzsonne auf dem tintenschwarzen Kleid aus Federn glänzt. Burghard Sell nestelt am Rucksack. Bei dem Anblick muss er sich erst mal eine anstecken. Die Schnur hat sich im Todeskampf so fest um den schlanken Hals zugezogen, dass sie kaum mehr zu sehen ist. Armer Vogel.

In Momenten wie diesen zweifelt Burghard Sell daran, ob Angler die Natur so sehr lieben wie er. Immer wieder ärgert sich der Mann vom Naturschutzbund (Nabu) über verdreckte Angelplätze und Vögel, die sich in Sehnen erdrosselt haben oder an verschluckten Haken zugrunde gegangen sind. Die Lietze, die dort, wo sich Havel und Nuthe treffen, im flachen Wasser dümpelt, ist nicht das erste Opfer, das Burghard Sell an Land zieht. Dieses Exemplar aber ist anders. Der Vogel trägt einen Ring – und Burghard Sell wird nun zum Rächer der Ralle und kramt nach dem Taschenmesser. „Ein junger Vogel“, sagt er, während er den schlaffen Leib auf dem Holzsteg ablegt. Die Ringnummer spricht er für alle Fälle ins Mikro des Diktiergeräts, das er bei seinen Rundgängen an Nuthe und Havel immer parat hat: „18 22 62“. Beringt wurde der Pechvogel von den Ornithologen der Vogelwarte Hiddensee. Burghard Sell wird den Verlust dort melden.

Burghard Sell war einst Polizist. Seinen Beruf kann seit ein paar Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Aufs Altenteil will er sich aber nicht begeben. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, engagiert er sich daher beim Nabu. Er ist schon immer gern durch die Wildnis gestromert. Was den kleinen Jungen einst faszinierte, hat der Mittfünziger nun wieder für sich und sein Seelenheil entdeckt. Burghard Sell ist inzwischen der Biberbeauftragte für Potsdam. Und er kümmert sich um die Wasservögel. Sein Revier sind die letzten Meter der Nuthe ab der Bahntrasse Drewitz – Rehbrücke, ein Stück die Havel hinauf und der Tiefe See bis hin zur Lennéschen Bucht. Zu seiner Aufgabe gehören auch die internationalen Wasservogelzählungen, die der Dachverband Deutscher Avifaunisten hierzulande zwischen Bodensee und Boddenküste koordiniert und die zumeist Nabu-Leuten vor Ort stemmen.

In Brandenburg ziehen Winter für Winter etwa 240 Männer und Frauen die Gestade entlang und zählen im Namen der Wissenschaft Enten, Rallen, Schwäne und Co. Die Daten sind nötig, um das Zugverhalten von Wasservögeln zu untersuchen und ihre wichtigsten Rast- und Überwinterungsgebiete zu lokalisieren. Es geht aber auch darum, Verbreitung und Bestand zu erfassen und über lange Zeiträume zu beobachten. Seit Ende der 1960er Jahre werden die Zählungen im Winterhalbjahr durchgeführt. Am 17. März findet die letzte der Saison statt. „Helfer sind stets willkommen“, sagt Burghard Sell.

Der Job ist übrigens anstrengender als gedacht. Rund sechs Stunden ist Burghard Sell am Zähltag unterwegs. Um nicht durcheinander zu kommen, hat er wie eine Stewardess einen Hand-Klick-Zähler dabei; die Eckdaten spricht er ins Diktiergerät, addiert wird später zu Hause. Beringte Vögel werden auch erfasst. Die Blessrallen Berta Anton 1 und Ludwig Paula 2, die beim Kontrollgang am Humboldtring am Ufer stehen und Haferflocken picken, erhalten das Prädikat „Allerweltsvögel“.

Apropos Haferflocken. Wer Burghard Sell und seinen Kollegen einen großen Gefallen tun will, lässt am 17. März das Entenfüttern einfach mal ausfallen. „Wenn irgendwo das Brot ins Wasser plumpst, wird’s richtig dramatisch“, sagt Burghard Sell. Alles, was da auf den Wogen kreucht und fleucht, gerät dann in Bewegung, das Wasser scheint zu kochen. Die Verteilungskämpfe um Großmutters ollen Kanten sind für die Vogelzähler das heillose Chaos und können ihre ganze Arbeit zunichte machen.

Wer bei der Wasservogelzählung helfen möchte, meldet sich bei Burghard Sell unter 0331/8 71 21 08. (Von Nadine Fabian)

Manfred Miethke zum Fünfundsiebzigsten ...

Manfred Miethke bei einer Nistkastenkontrolle in den Potsdamer Parks (Foto: W. Ewert)

Im April 2011 wurde der Nestor unseres Kreisverbandes 75.

Anlass für einige Worte der Anerkennung, besser der Würdigung eines bemerkenswerten Wirkens für den Naturschutz. Nicht erst seit Anfang der 1970er Jahre, als Manfred der Gesellschaft für Natur und Umwelt beitrat, ist er dabei. Spätestens 1980 jedoch, mit der Bildung der AG "Junge Ornithologen", bekam sein Engagement eine völlig andere, damals wohl kaum absehbare Dimension. Er begründete ein zweieinhalb Jahrzehnte währendes Erfolgsprojekt, das seinesgleichen sucht und in dem es nicht nur um die Vogelwelt ging. Denn von je her legte der Potsdamer Regionalkoordinator für die internationale Wasservogelforschung Wert darauf, dass nicht nur die Kinder und Jugendlichen die Natur als ein Ganzes betrachten. Sein Engagement für den Naturschutz fand weithin Anerkennung, zuletzt mit der Verleihung der goldenen Ehrennadel unseres Verbandes im vergangenen Jahr. Aus gesundheitlichen Gründen muss Manfred nun etwas kürzer treten. Das bedeutet jedoch nicht seinen Rückzug aus der Naturschutzarbeit, sondern lediglich eine Anpassung an Unvermeidliches. Sein Engagement in der Fachgruppenarbeit und die Mitarbeit an verschiedenen Projekten nehmen nach wie vor einen erheblichen Teil seiner Zeit ein.

Die Zeitung MAZ bezeichnet ihn als "Vogelvater" und hat ihm einen Artikel gewidmet, den wir hier wiedergeben:

Ornithologe erkennt gefiederte Arten an ihren Tönen / Als Bauberater immer wieder gefragt

POTSDAM / WALDSTADT - Die Begeisterung für Vögel hält ihn ein ganzes Leben in Atem. Bereits im Kindesalter legte Manfred Miethke gern den Kopf in den Nacken, verfolgte die Flugbewegungen seiner gefiederten Freunde, lauschte ihren Stimmen; er erkennt die Vögel allein an den Lauten, die sie geben.

Ein Lehrer hatte das Faible geweckt; es hielt ihn fest in den Jahren seines Offizierslebens, brachte ihn Anfang der 1970er Jahre zur DDR-Gesellschaft für Natur und Umwelt des Kulturbundes. 1980 gründete er die Arbeitsgemeinschaft „Junge Ornithologen“ und führte sie 25 Jahre lang. Im Jahre 2002 bekam die AG in Frankfurt/Main den höchstdotierten privaten Umweltpreis Deutschlands, den „Bruno H. Schubert Preis“. Weit mehr als 100 Kinder haben in der Gemeinschaft mit Miethke die Natur und ihre Vögel kennen und schätzen gelernt. Heute wird der Vogelkundler Manfred Miethke 75 Jahre alt, und noch immer gilt er als der Beste seines Fachs in Potsdam. Wer eine Frage über Vögel hat, wird gern an Miethke verwiesen. Und bei Bauprojekten wird meistens er gefragt, wenn man wissen will, ob ein Vorhaben Probleme machen könnte wegen des Vogelschutzes und was in diesem Fall zu unternehmen wäre. Nistkästen anbringen zum Beispiel, um den Bestand zu schützen, der da lebt. Das hat Miethke 2002 unter anderem in der Johannes-R.-Becher-Straße getan, wo er bei der Sanierung von Wohnblöcken der Genossenschaft „Karl Marx“ dafür sorgte, dass die Mauersegler nicht aus den Dächern vertrieben wurden; es soll landesweit die größte Kolonie der so genannten „Kurzbeinigen“ sein, die hohe Punkte zum Starten und Landen brauchen. Zwölf schuhkartongroße Nisthilfen pro Block wurden eingerichtet, 110 insgesamt. In den Schlossparks von Potsdam gibt es sogar 200 von ihm betreute Nistkästen. Nisthilfen brachte er auch in einer Reihe von Kirchen Potsdams und des Umlandes unter, überzeugte die Pfarrer per Telefon oder persönlich.

Aber auch um die Schleiereulen hat Miethke sich verdient gemacht. Zwei Brutpaare im äußerst geringen Abstand von nur 300 Metern konnte er im Turm der Kaiser-Friedrich-Kirche und in der Scheune der Familie Löhmannsröben in Golm ansiedeln, aber die harten Winter 2009/10 sowie 2010/11 nicht verhindern, in denen der Schnee lange lag und die lebenswichtige Mäusejagd der Eulen verhinderte. Heute weiß man nicht, ob die Eulen überlebt haben.

Aktiv ist Miethke auch bei den alljährlichen Wasservogelzählungen und bei der Bestandserfassung verschiedener „Land-Vögel“. (Von Rainer Schüler)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12053636/60709/

... ein herzliches Dankeschön!

Dr. Klaus Freiherr von der Ropp

Vorn rechts: Dr. Klaus Freiherr von der Ropp bei einer Arbeitspause im Springbruch

Seit 2000 hatte der NABU-Kreisverband einen neuen Geschäftsführer. Der Kreisverband stand damals vor der Alternative, ohne Geschäftsführer auskommen zu müssen, da die finanziellen Mittel für eine Bezahlung knapp wurden. Bis dahin war Olivia Rieck langjährig unsere Frontfrau auf diesem Posten. (Viele werden sich gern an die von ihr organisierten Exkursionen erinnern.) Da entdeckten sie und der Vorstand eine Anzeige in der Zeitung, in der jemand eine ehrenamtliche Betätigung im Naturschutz suchte. Das war ein glücklicher Zufall. Der Bewerber war ein ehemaliger Mitarbeiter in diplomatischen Diensten, aber ein noch viel zu rüstiger und zu sehr an den Vorgängen in der Gesellschaft interessierter Mensch, um einfach nur im Ruhestand zu leben. So kam Dr. Klaus Freiherr von der Ropp zu uns. Es war ausgesprochen angenehm, mit Klaus zu arbeiten. Er hat mit seinem diplomatischen Geschick und seiner netten, aufmerksamen Art viele Fördermöglichkeiten für den NABU erwirkt. Den Zivildienstleistenden und FÖJlern hat er mit Rat und Tat zur Seite gestanden und in seiner Freizeit auch über das normale Maß hinaus seine Kompetenzen und Erfahrungen zur Verfügung gestellt - wer spricht schon so fließend zwei Sprachen?

Hier ein paar Zitate seiner Mitstreiter aus dem NABU-Kreisvorstand:

„Ich habe Klaus als einen sehr geduldigen Menschen kennen gelernt, der es auch verstanden hat, die Unterschiede zwischen Ost und West zu überbrücken und oft vermittelnd einzugreifen.“

„Es gab bei ihm keine alten Mauern; er ist ein Erfolgsbeispiel für ein produktives und verständnisvolles Miteinander von Ost und West.“

„Zu Klaus’ Person fällt mir vor allem ein, dass er immer großzügig Lob und Anerkennung verteilt hat. Er war immer offen für neue Ideen und hat sie in besonderem Maße unterstützt.“

„Außer dem Umweltschutz gilt seine große Aufmerksamkeit und Zuwendung seinen Mitmenschen.“

Trotz plötzlich aufgetretener schwerer gesundheitlicher Probleme hat er immer weiter sein Amt bei uns ausgeübt, hat die Fäden in der Geschäftsstelle in der Hand behalten, sämtliche Korrespondenzen erledigt, Anträge verfolgt und war da für besorgte Anrufer, die irgendwo etwas Bedenkliches im Bereich Naturschutz entdeckt hatten…

Wir können uns nicht genug bedanken für die freiwillige und unentgeltliche Arbeit, die er so viele Jahre für den Kreisverband ausgeübt hat.

Die Nachfolge als Geschäftsführer hat zum 1. Januar 2010 Wolfgang Ewert angetreten.

Klaus Böer im Ruhestand

Gegen Ende 2009 ist mit Klaus Böer ein großer Freund und Förderer unseres NABU-Kreisverbandes in den Ruhestand getreten.

Er betreute in der Unteren Naturschutzbehörde in Belzig u.a. das Aufgabengebiet der Organisation des Vertragsnaturschutzes und der Landschaftspflege und war so über Jahre unser Ansprechpartner. Wann immer uns in seinem Arbeitsbereich der Schuh drückte – Klaus Böer begegnete uns in freundschaftlichem Verständnis. Ganz sicher hätten unsere verantwortlichen Aktiven Christoph Buhr, Peter Rafoth und Manfred Pohl „ihre“ Trockenrasenhänge, das Springbruch und die Potsdamer Storchenhorste nicht länger pflegen können - alles das ist naturgemäß mit Kosten verbunden, hätte Klaus Böer uns nicht immer wieder mit Erfolg auf Möglichkeiten staatlicher und nichtstaatlicher Förderung hingewiesen.

Groß ist unsere Hoffnung, dass Klaus Böer im neuen Jahr sein immenses Wissen im Arten- und Naturschutz in die Arbeit einer unserer Fachgruppen einbringen wird. Ein Vortrag von ihm zu Erlebnissen in einer Trauerseeschwalbenkolonie im Juni 2010 vor der FG Ornithologie ist jedenfalls schon geplant.

 

 

Laudatio 2007 für Wolfgang Ewert

Herzlichen Glückwunsch und Dank für die jahrelange kontinuierliche Arbeit als Vorsitzender unseres Kreisverbandes!

Auf der Landesvertreterversammlung des NABU Brandenburg am 17. November 2007 wurde Wolfgang Ewert mit Ehrennadel des NABU in Silber geehrt.

Wolfgang Ewert gehört zu den ersten aktiven Mitgliedern in unserem Kreisverband und arbeitet seit fast 10 Jahren im Vorstand mit, davon die letzten Jahre in der sehr arbeitsintensiven Funktion als 1. Vorsitzender. Hier koordiniert er auf eine menschlich sehr angenehme Weise die Geschicke unseres Kreisverbandes, leitet die Vorstandssitzungen und kämpft so manchen Kampf mit den Widrigkeiten im Naturschutz.

Einer seiner besonderen Verdienste ist es, dass neben den Arbeitsansätzen auch durch gemeinsame Exkursionen und Feste allen Mitgliedern unseres recht großen Kreisverbandes die Möglichkeit gegeben wird, sich bei uns heimisch zu fühlen. Er sucht immer wieder nach Möglichkeiten, um „nur interessierte“ Mitglieder zu aktivieren und hält Kontakt zu den „Profis“ in unseren Fachgruppen.

Aber auch neben seiner eigentlichen Vorstandstätigkeit arbeitet Wolfgang viel - fast unbemerkt - für den Naturschutz. So war er jahrelang Gebietsbetreuer im NSG Königswald und ist es heute noch für das NSG Moosfenn. Eines seiner „Steckenpferde im Naturschutz“ ist es, sich für den Erhalt der Brandenburger Alleen und der Bäume im Stadtgebiet von Potsdam einzusetzen. Er ist auch Sprecher der Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen und schrieb so manche Stellungnahme, um im Namen des NABU die Bäume in unserer Umgebung zu retten. Seine wunderschönen Fotos sind dabei nicht nur eine Dokumentation von alten Bäumen und Alleen schlechthin, sondern erfreuen auch so manches Auge, sei es bei einem Dia-Vortrag vor Mitgliedern nicht nur unseres Kreisverbandes oder als Foto im Naturmagazin.

Für so viel ehrenamtliches Engagement gibt es ein herzliches Dankeschön, verbunden mit dem Wunsch auf eine hoffentlich noch lange währende gemeinsame Arbeit.

Große Ehrung für Birgit Weise 2007

B. Weise mit OB Jann Jakobs (Foto: Kreft)

Am 25. Oktober 2007 überreichte Oberbürgermeister Jann Jakobs die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Birgit Weise.

Birgit, die früher Mitarbeiterin im Versuchsgarten der Pädagogischen Hochschule Potsdam war, engagiert sich seit dem Verlust ihrer Arbeit nach der Wende ehrenamtlich in unserer Ökolaube, die unter dem maßgeblichen Einsatz von Jan Brödner errichtet und 1994 eröffnet worden war. Entsprechend dem ganzheitlichen Ansatz des Naturschutzgedankens wurde das ganze Gelände als Ökogarten angelegt, auf dem es ständig viel zu tun, zu werkeln und zu gestalten gibt.

Die große Auszeichnung wurde Birgit Weise vor allem zuteil für ihre tägliche ehrenamtliche Arbeit mit Kindern, die nachmittags den Ökogarten aufsuchen, für die sie immer etwas zum Essen und Trinken bereithält, die sie mit kleinen, aber für ihre Entwicklung wichtigen Aufgaben beschäftigt und die sie ungezwungen an die Natur und die Pflanzenwelt heranführt. So fertigen sie z.B Weidenzäune, beobachten die Arbeit des Imkers oder backen gemeinsam Brot im Lehmbackofen. w.e.

Michael Zerning - Mitbegründer des Kreisverbandes

Michael Zerning (links) Bei einer NABU-Exkursion im Kartzower Torfstich im Juni 2006

Michael Zerning war einer der Mitbegründer unseres Vereins und sehr engagiert im praktischen Naturschutz tätig. Nach einem Gespräch mit ihm versuche ich, einige Beispiele zu seiner Würdigung hier aufzuzeigen.

Nach Gunter Kehl war Michael Zerning als Gründungsmitglied jahrelang Vorsitzender des Kreisverbandes „Havelland“ Potsdam e.V.

Seit April 1991 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landesumweltamtes LUA, (gegründet seinerzeit von Dr. Horst Haase) im Referat Artenschutz zuständig für Wirbeltiere. Dieses Arbeitsfeld hatte er zur Bedingung seines Antritts gemacht. Dabei war er auch Mitautor der Brandenburger Roten Liste. Außer dem Erstellen von Bescheiden und Gutachten für das LUA war seine Aufgabe die Anleitung von Horstbetreuern für ein lückenloses Netz der Adebarbeobachtung. Er knüpfte Kontakt zum Imkerverband wegen der Unterstützung bei Hornissenumsetzungen. Jährlich organisierte er die Kranichschutztagung usw. usf. Durch nicht ausbleibende Verquickungen zwischen seinen dienstlichen Pflichten im LUA und seiner ehrenamtlichen Arbeit gab er 1996 seine Funktion als Vorsitzender an Wolfgang Ewert ab.

Eine seiner größten Leidenschaften galt (auf nur eine kann er sich schwer festlegen) u.a. den Greifvögeln. Ganz leidenschaftlich wird er, wenn er von seiner intensiven Mitwirkung bei der Erfassung von Arten, ihrer Siedlungsdichte und Bruterfolgen erzählt, die durch den langen Zeitraum von über 20 Jahren und einem Gebiet von über 100km⊃2 eine hohe Aussagekraft hat. Dafür wurde er durch Prof. M. Stubbbe geehrt, was schon etwas heißt und wovon er mit Recht voll Stolz erzählt. Man merkt ihm noch die Begeisterung an, wenn er von der Zeit in der Fachgruppe Greifvogelschutz erzählt, an die vielen guten gemeinsamen Aktionen und kuriosen Erlebnisse. Michael Zernings Tätigkeit in der FG Ornithologie begann mit Wasservogelzählungen und der ersten Brutvogelkartierung für „Die Vogelwelt Brandenburgs“, die 1983 durch Prof. E. Rutschke herausgegeben wurde. Anfang der 80er arbeitete er sehr aktiv in der AG Greifvogelschutz unter Leitung von Günter Kehl. Von etwa 1984 an wurde dort von allen sechs Mitgliedern, dem „harten Kern“ (siehe Beitrag von U. Hein in der Broschüre Naturschutzmitteilungen 2004/2005) eine definierte Fläche auf alle anwesenden Greifvogelarten hin untersucht. Mit entsprechenden Veröffentlichungen, der Darstellung der Ergebnisse, verbunden mit Erfahrungsaustausch in der Bezirks-AG Greifvogelschutz unter Leitung von Dr. H. Litzbarski und schließlich ab 1989 leistete er in der AG mit der Teilnahme am „Monitoring Greifvögel und Eulen“ der Martin-Luther-Universität Halle unter Leitung von Prof. M. Stubbe eine kontinuierliche, wissenschaftlich wertvolle Arbeit. Als stellvertretender Fachgruppenleiter hatte Michael Zerning ab Mitte der 80er Jahre auch verstärkt mit Organisationsarbeiten zu tun. Dazu gehörte, für die FG-Abende Vorträge zu sichern. In dieser Zeit versuchte er erfolgreich die Kontakte zu alten Fachgruppenmitgliedern, wie Prof. E. Rutschke, Manfred Feiler, Dr. D. Rogge, Dr. R. Warthold oder Dr. L. Kalbe wieder herzustellen. Zumindest für jährliche Vorträge konnten sie gewonnen werden.

Eine seiner umfangreichsten Aufgaben war die Organisation der Messtischblattkartierung ausgewählter Brutvogelarten 1989 bis 1991 als Zuarbeit für die Überarbeitung der „Avifauna Brandenburgs“.

Er hat schon kurz nach der Wende gemeinsam mit Christoph Kuthe beim Beginn der massiven Sanierungen in ehemaligen DDR-Neubaugebieten und an Altbauten in hohem Maße den Fledermausschutz in Potsdam zum Thema gemacht. Mit vollem Einsatz hat er sich vom Dach abgeseilt, um Abendsegler abzusammeln, denen durch den Abbau ihrer Nistplätze der Garaus drohte. Jeden Abend 3 Stunden lang fütterte er die in seinem Keller „zwischengelagerten“ Abendsegler mit Mehlwürmern. Mittlerweile gibt es in der Stadt über 1000 Eratzquartiere. Viele Bauherren fragen heute von sich aus nach, ob und wie sie diese Tierchen bei ihrem Bauvorhaben berücksichtigen können.

Die Döberitzer Heide ist seit 1991 als Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung eingestuft. Michael Zerning 1992 leitete die Gründungsversammlung des Naturschutz-Fördervereins Döberitzer Heide e.V. eigens für das NSG Döberitzer Heide, da sie mit über 90 Gutachten zur Unterschutzstellung für den Kreisverband als Teilaufgabe zu groß wurde. 1998 erhielt der Naturschutz-Förderverein "Döberitzer Heide" den Umweltpreis des Landes Brandenburg.

Gern erinnert er sich an den Elan der Wendezeit, als auch gerade in Brandenburg vieles möglich war, Gebiete oder Arten unter Schutz gestellt wurden. (Das Brandenburger Naturschutzgesetz von 1992 galt als eine der beispielhaftesten in Bezug auf Unterschutzstellung von Arten und Landschaften.)

Eine lebendige Aktion war die Verhinderung des Zubaus der Nuthewiesen hinter dem Heizwerk Süd zur Wendezeit. Damals kam es zu ersten „Westkontakten“ mit dem Westberliner DBV, der z.B. mit dem Druck von Infoblättern half. Bei der späteren Gründung des ABBO (Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen) im Jahre 1991 war er natürlich auch dabei.

Er denkt gern an die Kontakte des Potsdamer NABU-Verbandes zur Bonner Partnergruppe und hofft, dass das damals begonnene Projekt zur Wiederansiedlung des Steinkauzes in der Region bald verwirklicht wird. Dafür hatte ein Bonner Bürger zweckgebunden Geld bereitgestellt. Zerning, der mit seinem jahrelang gesammelten Fachwissen in der Ornithologie den NABU im Landesfachverband der Nuthe-Nieplitz-Niederung vertrat, schätzt ein, dass das Gebiet mittlerweile die nötige Struktur als Lebensraum für den Steinkauz aufweist.

Im Frühjahr 2007 hat er in der Geschäftsstelle im Rahmen eines 1-€-Jobs die gesamten Akten des Kreisverbandes durchsortiert, geordnet und kleinere Dinge nebenher erledigt. Dafür war ihm unser damaliger Geschäftsführer Frhr. von der Ropp sehr dankbar. Sehr dankbar war ihm auch Birgit Weise, der er in der Ökolaube stets ohne viele Worte praktische Hilfe bei Reparaturen gegeben hat. ag

Christoph Kuthe und Rudolf Ibisch

Christoph Kuthe (re) mit seinem Freund Rudolf Ibisch / Foto: H. Matz
Christoph Kuthe (re) mit seinem Freund Rudolf Ibisch / Foto: H. Matz

Im August 2003 verstarb unser langjähriger Leiter

der Fachgruppe Ornithologie Christoph Kuthe.

Der studierte Biologe war ehrenamtlich unermüdlich im Einsatz für den Naturschutz. Er organisierte die Weiterbildung der Mitglieder seiner Fachgruppe, Ausstellungen, Fachtagungen, führte öffentliche Vogelstimmenexkursionen, war beteiligt an Messtischblattkartierungen und an der Erarbeitung von Gutachten und Bestandserfassungen von Vogelarten. Er erwarb sich große Verdienste als Artenschutzbeauftragter beim Schutz der Fledermäuse während der Sanierungen von Gebäuden nach der Wende. Sein Wunsch, an einem Telemetrieprojekt zum Besendern von Fledermäusen teilzunehmen, ging leider nicht mehr in Erfüllung.

Inzwischen auch verstorben ist der still, aber unermüdlich für den Artenschutz wirkende Rudolf Ibisch.

Machen Sie uns stark

Anmeldung Grünes Klassenzimmer
Anmeldung Grünes Klassenzimmer
Aktion "Schwalben willkommen"
Aktion "Schwalben willkommen"

NEWSLETTER

Aktuelles aus dem Kreisverband Potsdam

Storchenhorstsanierung
Storchenhorstsanierung
Wolfgang Ewert als Fotograf
Wolfgang Ewert als Fotograf
Findeltiere-Was tun.pdf
Adobe Acrobat Dokument [1.2 MB]
Download