Artenschutz

Ein Schwerpunkt des KV Potsdam ist der Schutz der Amphibien während der Wanderungen zur Laichzeit im zeitigen Frühjahr, durch die Aktion "Lebensraum Kirchturm" konnte zudem eine Ansiedlung von Schleiereulen in Golm erreicht werden. Des Weiteren gibt es verschiedene Projekte zum Schutz von Schwalben, Bibern, Störchen und Fledermäusen:

Schwalben willkommen

Plakette zur Befestigung am Haus
Plakette zur Befestigung am Haus

Auch wenn man Rauch- und Mehlschwalben in Brandenburg noch relativ häufig beobachten kann, so ist der Bestand dieser beiden heimischen, an Gebäudestrukturen angepassten und auch darauf angewiesenen Vogelarten  doch seit längerer Zeit rückläufig. Die Vögel werden immer seltener, weil die Menschen keine Schwalbennester mehr an Wohnhäusern, Nebengebäuden und Ställen dulden. Fehlende Nistplätze und Mangel an geeignetem Nistmate-rial machen dem Kulturfolger zu schaffen. Der NABU möchte im Rahmen des Projektes auf das Problem aufmerksam machen sowie Bürgerinnen und Bür-ger zu mehr Toleranz gegenüber den wohnungssuchenden Vögeln bewegen.

 

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Auszeichnung schwalbenfreundlicher Häuser mit einer aus Acrylglas gefertigten Plakette, welche öffentlichkeitswirksam an einem Privathaus, einem Hotel, einem Pferdehof oder einer Schule angebracht werden kann.

 

Bewerben Sie sich als Schwalbenfreund für diese Plakette!

Mehr zur Schwalbenaktion und Bewertungsbogen des NABU-Landesverbandes Brandenburg hier  

 

Tipps für den Schwalbenschutz zuhause: Wer Nisthilfen, Kunstnester oder Kotbretter selber bauen möchte, findet nützliche Tipps und Anleitungen auf der Homepage des NABU-Landesverbandes Brandenburg hier

Pflege der Storchenhorste

Seit vielen Jahren betreut unser Kreisverband die aktuell 14 Storchenhorste in Potsdam und dem näheren Umland. Gemeinsam mit der Fachgruppe Ornithologie werden Einsätze zum Erhalt des Lebensraumes und der Beobachtung der Störche in der näheren Umgebung durchgeführt, so initiierte der KV Potsdam im Okotber 2013 beispielsweise die Sanierung des Fahrländer Storchenhorsts.

Fledermäuse in Potsdam

Foto: Wolfgang Ewert
Foto: Wolfgang Ewert

Die Fledermäuse gehören zu den höchstbedroh-ten Säugetiergruppen Mitteleuropas. Viele hei-mische Arten sind in den letzten Jahren in die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten aufgenommen worden.

 

Potsdams alte Schlösser, Stadtvillen und viele Plattenbauten bieten zahlreiche Unterschlüpfe für Fledermäuse. Der Schutz und die Wiederher-stellung der Quartiere ist das Hauptanliegen der NABU-Arbeitsgruppe, um die Lebensgrundlagen und damit die Fledermäuse selbst zu erhalten.

 

 

Ansprechpartnerin: Christiane Schröder (Tel: 0160 98249638)


Aktiv für mehr Artenvielfalt

Tipps zum Artenschutz zum praktischen und sofortigen Umsetzen

Männliche Zauneidechse, Foto: Kai Heinemann
Männliche Zauneidechse, Foto: Kai Heinemann

Laut einer Eurobarometer-Umfrage empfinden mehr als 90 Prozent der Europäer eine mora-lische Verpflichtung, die biologische Vielfalt zu erhalten. Und sie haben Recht! Der Mensch braucht sauberes Trinkwasser, reine Luft, gesunde Nahrung, gutes Klima und eine lebenswerte Umwelt. Doch diese Service-Leistungen der Natur gibt es nicht ohne Schutz der biologischen Vielfalt. Damit schützen wir auch uns selbst.

 

Tipps von www.nabu.de zum Artenschutz

Neophyten und Neozoen in der Stadt

Multi-Kulti in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt

 

Sie kommen in Frachtgutkisten, im Ballastwasser von Schiffen, auf dem Schienenweg, in Touristen-rucksäcken, auf Autoplanen oder aus Aquarienwässern als „Blinde Passagiere“ zu uns oder werden auf direktem Weg durch Menschen in Umlauf gebracht. Die weltumfassenden Handelswege machen dies möglich. Gemeint sind Neobiota Tier- (Neozoen) und Pflanzenarten (Neophyten) aus anderen Ländern, die hier ursprünglich nicht heimisch waren und nach 1492 zu uns kamen.

 

Für Europa wurden 2009 ca. 13.200 nicht einheimische Arten beschrieben. In Deutschland sind etwa 1.150 nicht heimische Tier- und 12.000 Pflanzenarten registriert, von denen sich über 600 Neophyten und über 260 Neozoen fest etabliert haben.

 

In Brandenburg haben sich aktuell ca. 330 neophytische Pflanzenarten etabliert, von denen landesweit bislang drei (v.a. Robinie, auf Trockenrasen, Spätblühende Traubenkirsche, in Waldökosystemen und Kanadische Goldrute in Feuchtgebieten) als besonders invasiv mit schweren nachhaltigen Folgen für die Artenvielfalt (Biodiversität) einzuschätzen sind. Wie hoch die Zahl in unserer Region ist, lässt sich schwerlich abschätzen. Eine kleine Auswahl an nachgewiesenen Arten ist der Fotoschau zu entneh-men.

 

Weitere Arten sind allerdings derzeit in ihrer Arealausbreitung und/oder haben lokal bereits einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt. Diese eingeschleppten Arten sind neben der Lebensraum-zerstörung durch den Menschen auch für den weltweiten Artenrückgang verantwortlich. Die gebiets-fremden Arten können vielfältige negative Auswirkungen auf die einheimische Artenvielfalt haben. Dies äußert sich in der Konkurrenz um Ressourcen, in der Jagd auf einheimische Arten, der Bildung von Bastarden und der Übertragung von Krankheiten und Parasiten. Hinzu kommen enorme Kosten bei ihrer Bekämpfung bzw. durch sie verursachte Ernteausfälle etc..

 

Über die Anzahl nichtheimischer Tierarten gibt es keine genauen Angaben. Über die „Problemtiere“ Waschbär, Bisamratte, Nutria, Marderhund, die Rosskastanien-Miniermotte,  den Kartoffelkäfer und die Spanische Wegschnecke wurde ja immer wieder über die Presse informiert, da sie zur Plage gewor-den sind. Wie sieht es aber z.B. mit dem Kenntnisstand der wirbellosen Tierarten z.B. den Insekten, Schnecken sowie Krebstieren oder Pilzen und Bakterien aus. Viele Arten sind oft sehr klein und werden auch von einem geübten Auge oftmals übersehen. Hier ist die Dunkelziffer von etablierten Arten schon sehr hoch.

 

Eine breite Öffentlichkeitsarbeit könnte dafür sorgen, dass Konflikte hinsichtlich der „Neobiota-Proble-matik“ oftmals schon im Ansatz, besonders für die Schutzgebiete, minimiert werden könnten. So gibt es besonders in diesen Gebieten jetzt schon enorme Probleme mit diesen invasiven Tier- und Pflan-zenarten. Eine wirkungsvolle Bekämpfung ist kaum möglich, da immer wieder Gartenabfälle im Gebiet direkt oder im direkten Umfeld abgelagert werden oder Tiere wie z.B. Waschbär und Nutria von Menschenhand gefüttert werden.

 

Helfen Sie mit und sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Umfeld so etwas nicht passiert. Es wäre schade, wenn durch die Unüberlegtheit Einzelner die Natur Schaden nimmt. Außerdem stellen die Entsorgung von Gartenabfällen und das Ausbringen von nicht einheimischen Tierarten eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.