Kahlschlag am Nutheufer gefährdet Biberhabitat

Bagger steht auf Biberbau - Foto: B. Sell
Bagger steht auf Biberbau - Foto: B. Sell
Ende November vergangenen Jahres erfolgten durch den WBV Nuthe- Nieplitz am rechtsseitigen Ufer der Nuthe gegenüber dem Wohngebiet Schlaatz umfangreiche Arbeiten an der Böschung. Es wurde praktisch bis auf wenige Ausnahmen (größere Bäume) der gesamte Aufwuchs entfernt. Eine der Fragen, die sich stellen,  ist hier, ob ein derart rigoroses Vorgehen die Bezeichnung Gewässerunterhaltung verdient oder ob es sich nicht vielmehr um einen erheblichen Eingriff in den Lebensraum einer streng geschützten Art, des Bibers, handelt. Und das zudem in einem FFH- Gebiet. Letzteres ist unsere Auffassung, was wiederum die Frage aufwirft, inwieweit hier die erforderlichen Umwelt-Prüfungen durchzuführen waren bzw. unterlassen wurden. 
Bekanntlich ist dieser Bereich seit Jahren Lebensraum des Bibers. Hier, am letzten Teil des Nutheunterlaufs, bestehen mittlerweile sechs Reviere. Nach Auffassung unserer Experten wurde damit der am FND „Alter Nuthelauf“  ansässigen vielköpfigen Biberpopulation die Nahrungsgrundlage entzogen oder zumindest sehr stark geschmälert. Und das vor der ohnehin für die Tiere schwierigen Überwinterungszeit. Zudem dürften durch den Einsatz schwerer Technik die vorhandenen Baue in Mitleidenschaft gezogen worden sein. 

Biber in und um Potsdam

Unverkennbare Spuren - der Biber ist da
Unverkennbare Spuren - der Biber ist da

Seit dem ersten Erscheinen eines Bibers 2006/2007 in der Nuthe am Potsdamer Wohngebiet Am Schlaatz hat sich Burghard Sell ins Thema eingearbeitet und ist mittlerweile der Ansprechpartner nicht nur im Kreisverband zu den Bibern.

 

Zu erreichen ist er unter Tel. 0331/8 71 21 08

 

 

Download
B. Sells erste Eindrücke zu seinen Biberbeobachtungen aus unserer Broschüre von 2009
09 Sell Biber Artikel2009.pdf
Adobe Acrobat Dokument 108.7 KB

Kranker Nuthebiber wieder fit

Am 29. April 2013 beobachtet eine aufmerksame Spaziergängerin mit ihrem Hund einen offensichtlich schwachen Biber im Gebüsch am Rande des Wohngebietes Am Schlaatz in Potsdam. Sie informiert unseren Biberfachmann Burghard Sell, der seit Jahren die Nuthebiber begleitet.

 

Nach einer ersten Behandlung in der FU-Klinik findet der kranke Biber Unterschlupf im Potsdamer Falkenhof in den Ravensbergen. Mit Obst, Möhren und frischen Weidenzweigen zum Knabbern erholt er sich unter liebevoller und fachkundiger Aufsicht.

Am 14. Mai wird er wieder an der Nuthe ausgesetzt und findet - unter Medienbeobachtung - zurück ins heimatliche Nass. Am Abend wurde er an seinem Bau gesehen.                                  

                                                        Fotos: Sell