Artenschutz-Projekte

Von A wie Adebar bis Z wie Zauneidechse

Einen Schwerpunkt der Artenschutzaktivitäten bildet der Schutz der Amphibien während der Wanderungen zur Laichzeit im zeitigen Frühjahr. Darüber hinaus gibt es verschiedene Projekte zum Schutz von Bibern, Störchen und Fledermäusen. Dank der Aktion "Lebensraum Kirchturm" konnte eine Ansiedlung von Dohlen in Golm erreicht werden.

 

Pflege der Storchenhorste

Seit vielen Jahren betreut unser Kreisverband die aktuell 14 Storchenhorste in Potsdam und dem näheren Umland. Gemeinsam mit der Fachgruppe Ornithologie werden Einsätze zum Erhalt des Lebensraumes und der Beobachtung der Störche in der näheren Umgebung durchgeführt, so initiierte der Kreisverband Potsdam im Oktober 2013 beispielsweise die Sanierung des Fahrländer Storchenhorsts.

Krötenwanderung: Zäune können helfen. Aber sie machen auch viel Arbeit!

Seit vielen Jahren haben Naturschützer dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt. In der ganzen Republik sind Naturschutzgruppen Jahr für Jahr aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Ohne dieses vielfache Engagement wäre es um unsere Frösche und Kröten deutlich schlechter bestellt.

Mehr zur Aktion

Einsätze des KV Potsdam zum Amphibienschutz

Fledermäuse in Potsdam

Foto: Wolfgang Ewert
Foto: Wolfgang Ewert

Fledermäuse gehören zu den höchstbedrohten Säugetiergruppen Mitteleuropas. Viele heimische Arten sind in den letzten Jahren in die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten aufgenommen worden. Potsdams alte Schlösser, Stadtvillen und viele Plattenbauten bieten zahlreiche Unterschlüpfe für Fledermäuse. Der Schutz und die Wiederherstellung der Quartiere sind das Hauptanliegen der NABU-Arbeitsgruppe, um die Lebensgrundlagen und damit die Fledermauspopulationen zu erhalten.

Kontakt: Christiane Schröder, Mobil: 0160 98249638.

Aktiv für mehr Artenvielfalt – praktische Tipps für den Alltag

Männliche Zauneidechse, Foto: Kai Heinemann
Männliche Zauneidechse, Foto: Kai Heinemann

Laut einer Eurobarometer-Umfrage empfinden mehr als 90 Prozent aller Europäer eine moralische Verpflichtung, die biologische Vielfalt zu erhalten. Und sie haben Recht!

 

Der Mensch braucht sauberes Trinkwasser, reine Luft, gesunde Nahrung, gutes Klima und eine lebenswerte Umwelt. Doch diese "Service-Leistungen" der Natur gibt es nicht ohne Schutz der biologischen Vielfalt. Damit schützen wir auch uns selbst.

 

Tipps von www.nabu.de zum Artenschutz

Neophyten und Neozoen in der Stadt: Multi-Kulti in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt

Sie kommen in Frachtgutkisten, im Ballastwasser von Schiffen, auf dem Schienenweg, in Touristenrucksäcken, auf Autoplanen oder aus Aquarienwässern als „Blinde Passagiere“ zu uns oder werden auf direktem Weg durch Menschen in Umlauf gebracht. Die weltumfassenden Handelswege machen dies möglich. Gemeint sind Neobiota Tier- (Neozoen) und Pflanzenarten (Neophyten) aus anderen Ländern, die hier ursprünglich nicht heimisch waren und nach 1492 zu uns kamen.

 

Für Europa wurden 2009 ca. 13.200 nicht einheimische Arten beschrieben. In Deutschland sind etwa 1.150 nicht heimische Tier- und 12.000 Pflanzenarten registriert, von denen sich über 600 Neophyten und über 260 Neozoen fest etabliert haben.

 

 

In Brandenburg haben sich aktuell ca. 330 neophytische Pflanzenarten etabliert, von denen landesweit bislang drei (v.a. Robinie, auf Trockenrasen, Spätblühende Traubenkirsche, in Waldökosystemen und Kanadische Goldrute in Feuchtgebieten) als besonders invasiv mit schweren nachhaltigen Folgen für die Artenvielfalt (Biodiversität) einzuschätzen sind. Wie hoch die Zahl in unserer Region ist, lässt sich schwerlich abschätzen. Eine kleine Auswahl an nachgewiesenen Arten ist der Fotoschau zu entnehmen.

 

Weitere Arten sind allerdings derzeit in ihrer Arealausbreitung und/oder haben lokal bereits einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt. Diese eingeschleppten Arten sind neben der Lebensraumzerstörung durch den Menschen auch für den weltweiten Artenrückgang verantwortlich. Die gebietsfremden Arten können vielfältige negative Auswirkungen auf die einheimische Artenvielfalt haben. Dies äußert sich in der Konkurrenz um Ressourcen, in der Jagd auf einheimische Arten, der Bildung von Bastarden und der Übertragung von Krankheiten und Parasiten. Hinzu kommen enorme Kosten bei ihrer Bekämpfung bzw. durch sie verursachte Ernteausfälle etc..

 

Über die Anzahl nichtheimischer Tierarten gibt es keine genauen Angaben. Über die „Problemtiere“ Waschbär, Bisamratte, Nutria, Marderhund, die Rosskastanien-Miniermotte,  den Kartoffelkäfer und die Spanische Wegschnecke wurde ja immer wieder über die Presse informiert, da sie zur Plage geworden sind. Wie sieht es aber z.B. mit dem Kenntnisstand der wirbellosen Tierarten z.B. den Insekten, Schnecken sowie Krebstieren oder Pilzen und Bakterien aus. Viele Arten sind oft sehr klein und werden auch von einem geübten Auge oftmals übersehen. Hier ist die Dunkelziffer von etablierten Arten schon sehr hoch.

 

Eine breite Öffentlichkeitsarbeit könnte dafür sorgen, dass Konflikte hinsichtlich der „Neobiota-Problematik“ oftmals schon im Ansatz, besonders für die Schutzgebiete, minimiert werden könnten. So gibt es besonders in diesen Gebieten jetzt schon enorme Probleme mit diesen invasiven Tier- und Pflanzenarten. Eine wirkungsvolle Bekämpfung ist kaum möglich, da immer wieder Gartenabfälle im Gebiet direkt oder im direkten Umfeld abgelagert werden oder Tiere wie z.B. Waschbär und Nutria von Menschenhand gefüttert werden.

 

Helfen Sie mit und sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Umfeld so etwas nicht passiert. Es wäre schade, wenn durch die Unüberlegtheit Einzelner die Natur Schaden nimmt. Außerdem stellen die Entsorgung von Gartenabfällen und das Ausbringen von nicht einheimischen Tierarten eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.